WLAN-Ausleuchtung planen: So findet man die optimale Anzahl und Position von Access Points

Funklöcher im Homeoffice, Aussetzer im Lager oder ein Meetingraum ohne Empfang – die Ursache ist fast immer die gleiche: Die Anzahl und Position der Access Points wurde nach Gefühl statt nach Grundriss geplant. Wer vor dem Kauf systematisch vorgeht, spart nicht nur Geräte, sondern auch spätere Nacharbeit. Im Folgenden zeige ich, wie ich bei Kunden vorgehe, wenn ein Gebäude neu oder nachträglich mit WLAN ausgeleuchtet werden soll.

Was bedeutet WLAN-Ausleuchtung eigentlich?

Ausleuchtung heißt, dass an jedem relevanten Punkt im Gebäude eine ausreichend starke und stabile Funkverbindung ankommt – nicht nur direkt neben dem Router, sondern auch im letzten Zimmer, im Keller oder auf der Terrasse. Dazu gehört mehr als nur "Balken auf dem Handy": Entscheidend sind Signalstärke, Störabstand und die tatsächlich nutzbare Bandbreite an jedem Standort. Eine saubere Planung berücksichtigt Grundriss, Wandaufbau, Nutzungsszenario (wie viele Geräte gleichzeitig, welche Anwendungen) und erst danach die Auswahl der Hardware.

Wie viele Access Points braucht man pro Quadratmeter?

Eine pauschale Formel gibt es nicht, weil die Reichweite stark vom Gebäude abhängt. Als groben Ausgangspunkt kann man bei offenen Bürogrundrissen mit Trockenbauwänden von einem Access Point pro Etage bis zu einer mittleren zweistelligen Quadratmeterzahl ausgehen, bei massiven Altbauten mit vielen Stahlbetondecken oder Betriebsgebäuden mit Maschinenhallen wird die Fläche pro Access Point deutlich kleiner. Wichtiger als die reine Fläche ist die Anzahl der gleichzeitig aktiven Clients: Ein Access Point, der theoretisch einen ganzen Flur abdecken könnte, wird in der Praxis überlastet, wenn dort zehn Notebooks und Smartphones gleichzeitig streamen oder Videocalls führen. Für ein normales Einfamilienhaus oder eine kleine Bürofläche reicht oft ein leistungsfähiger Router als zentraler Punkt, etwa der D-Link EXO AX AX1500 WLAN Router WiFi 6 5GHz DIR-X1560, ergänzt um einen zweiten Access Point in den entfernten Räumen.

Welche Baumaterialien bremsen das Funksignal am stärksten?

Beton und Stahlbeton sind die größten Bremsen, gefolgt von Ziegelwänden mit hohem Feuchtegehalt und alten Natursteinmauern. Auch scheinbar harmlose Elemente wirken stark dämpfend: Fußbodenheizungen mit Aluminiumfolie, Fliesen mit metallischer Glasur, Spiegel, Aktenschränke aus Metall und große Fensterflächen mit Sonnenschutzbeschichtung. In Bürogebäuden sind es oft die Brandschutztüren und Kabelkanäle aus Metall, die eine Etage funktechnisch in mehrere Zonen zerteilen. Wer den Grundriss kennt, sollte daher nicht nur die Fläche zählen, sondern jede Wand daraufhin bewerten, ob sie eine leichte Trockenbauwand oder eine tragende Betonwand ist – das macht bei der Access-Point-Zahl oft den Unterschied zwischen zwei und vier Geräten.

Wo sollte man Access Points platzieren?

Grundsätzlich gilt: zentral im jeweiligen Bereich, erhöht montiert, nicht in Nischen oder Schränken versteckt. Ein Access Point unter der Decke in Fluren oder an zentralen Wänden funkt in alle Richtungen gleichmäßig, während eine Platzierung in der Ecke eines Raumes automatisch die Hälfte der Reichweite verschenkt. Bei mehreren Etagen sollte man die Geräte nicht exakt übereinander platzieren, da sich die Funkzellen sonst gegenseitig stören, sondern leicht versetzt anordnen. In Betrieben mit Lagerhallen oder Werkstätten empfiehlt sich zusätzlich eine Prüfung der Deckenhöhe: Access Points, die mehr als sechs bis sieben Meter über dem Boden hängen, verlieren an nutzbarer Reichweite, weil das Signal in den freien Raum statt zu den Geräten am Boden abstrahlt.

Was stört das WLAN im Alltag noch, außer Wänden?

Neben Baumaterialien sind es vor allem andere Funkquellen, die Probleme verursachen: Mikrowellen, schnurlose DECT-Telefone, Bluetooth-Geräte in großer Zahl und benachbarte WLANs auf demselben Kanal. Gerade im 2,4-GHz-Band ist es in Mehrfamilienhäusern und Gewerbeparks oft eng, weil sich viele Netze denselben schmalen Kanalbereich teilen. Hier hilft eine bewusste Kanalwahl im 5-GHz- oder 6-GHz-Bereich, wie ihn WiFi 6 und WiFi 7 zusätzlich anbieten, sowie eine Kanalbreite, die zur tatsächlichen Nutzung passt statt automatisch auf maximale Breite gestellt zu sein. Auch die Anzahl gleichzeitig aktiver Access Points auf gleicher Frequenz sollte man im Blick behalten – zu viele, zu dicht beieinander stehende Geräte erzeugen mehr gegenseitige Störung als Nutzen.

Wie geht man bei der praktischen Ausleuchtung vor?

In der Praxis beginne ich mit einem Grundriss, in dem die Wandmaterialien eingezeichnet sind, und lege darauf mögliche Access-Point-Standorte fest. Anschließend wird testweise ein Gerät angeschlossen und mit einer WLAN-Analy