Powerline-, Mesh- oder Kabel-Backhaul: Warum ist mein WLAN im Obergeschoss langsam, obwohl der Access Point daneben steht?

Der Access Point oder Mesh-Node steht im Obergeschoss, die Signalanzeige am Handy ist voll, und trotzdem kommt nur ein Bruchteil der Leitungsgeschwindigkeit an. Der Grund liegt meist nicht am Funkkontakt zwischen Handy und Node, sondern an dessen Anbindung zum Router. Wer das trennt und gezielt misst, findet die Ursache in wenigen Minuten.

Warum bremst die drahtlose Anbindung das Obergeschoss aus?

Ein Mesh-Node oder Repeater ohne Kabel muss zwei Aufgaben über dieselbe Funkstrecke erledigen. Er empfängt die Daten von der Basis (Backhaul) und sendet sie an Ihr Endgerät weiter (Fronthaul). Arbeitet er dabei auf nur einem Funkband, kann er nicht gleichzeitig senden und empfangen. Jedes Datenpaket belegt die Sendezeit zweimal, deshalb bleibt im besten Fall etwa die Hälfte übrig.

Es kann noch schlechter werden. Ist die Verbindung zur Basis schwach, senkt das Gerät die Datenrate. Dann dauert jedes Paket länger, und alle Geräte am Node teilen sich eine langsame Strecke. Dazu kommen Störungen durch Nachbarnetze und Haushaltsgeräte, die auf demselben Kanal funken. Was am Handy ankommt, ist also die Leistung des schwächsten Glieds in der Kette, nicht die des Access Points.

Woran erkenne ich, ob der Backhaul das Problem ist?

Messen Sie zweimal mit demselben Gerät und demselben Speedtest, am besten zur selben Tageszeit:

1. Direkt neben dem Router oder der Basis. Das ist Ihr Referenzwert für das, was Ihr Anschluss und Ihr Endgerät im WLAN überhaupt leisten. 2. Direkt neben dem Node im Obergeschoss, im selben Raum, mit freier Sicht.

Liegt der zweite Wert deutlich unter dem ersten, obwohl Sie dicht am Node stehen, begrenzt die Anbindung. Ein Funkproblem zwischen Handy und Node wäre es nicht. Prüfen Sie zusätzlich in der App oder Weboberfläche des Systems, wie der Node angebunden ist und mit welcher Verbindungsrate. Viele Systeme zeigen dort an, ob der Backhaul über 2,4 GHz oder 5 GHz läuft. Der 2,4-GHz-Rückkanal ist eine häufige Falle. Manche Geräte weichen dorthin aus, wenn die Verbindung auf 5 GHz zu schwach ist. Das Band ist zwar weitreichender, aber überfüllt und in der Datenrate stark begrenzt.

Haben Sie ein LAN-Kabel zur Hand, gibt es einen weiteren Test. Verbinden Sie ein Notebook kurz per Kabel mit dem Router und messen Sie. So sehen Sie, ob schon der Anschluss selbst Grenzen setzt.

Wo sollte der Node stehen, damit der Funk-Backhaul trägt?

Wenn Sie nicht verkabeln können, entscheidet der Standort. Der Node gehört nicht ins Obergeschoss, weil dort das schwache WLAN auftritt. Er gehört dorthin, wo er von der Basis noch ein gutes Signal bekommt, also meist in einen Raum auf halbem Weg. Von dort deckt er das Obergeschoss mit ab. Ein Node am Rand der Reichweite hat zwar volle Balken zum Handy, aber eine schlechte Strecke zur Basis.

Achten Sie auf diese Punkte:

  • Decken aus Stahlbeton, Fußbodenheizung und Metallflächen dämpfen das Signal stark. Ein Standort direkt über der Basis ist nicht automatisch gut.
  • Stellen Sie den Node frei, nicht hinter Schränken, im Technikschrank oder neben Mikrowelle und Babyphone.
  • Hat Ihr System ein eigenes Funkband für den Backhaul (Tri-Band), nutzt es dieses exklusiv. Das beseitigt die Halbierung weitgehend, die Strecke bleibt aber vom Signalpegel abhängig.
  • Mehrere Nodes in Reihe verschlechtern jeden weiteren Hop.

Powerline, eigenes Funkband oder Kabel: Was ist die bessere Lösung?

Die zuverlässigste Lösung ist ein Ethernet-Kabel zwischen Router und Obergeschoss. Dann arbeitet der Node als normaler Access Point mit voller Bandbreite, und der Funkweg dient nur noch dem Endgerät. Fast alle Mesh-Systeme unterstützen den Kabel-Backhaul. Es lohnt sich, bei einem Neu- oder Umbau ein Netzwerkkabel in die Wand oder ein vorhandenes Leerrohr zu legen.

Geht das nicht, bleiben zwei Wege:

  • Mesh mit eigenem Funkband für den Backhaul. Das ist besser als ein Gerät, das Fronthaul und Backhaul auf demselben Band teilt. Es hängt aber weiter von Entfernung, Wänden und Störungen ab.
  • Powerline. Hier laufen die Daten über die Stromleitung. Wie gut das klappt, hängt stark von der Hausinstallation ab. Verschiedene Stromkreise, Mehrfachsteckdosen mit Netzfilter und Netzteile in der Nähe können die Rate deutlich drücken. Probieren Sie es vorher an den gewünschten Steckdosen aus, und stecken Sie die Adapter direkt in die Wandsteckdose.

Ein zusätzlicher Access Point mit Kabelanbindung ist meist besser als jede Funkverlängerung. Wer einen WLAN-Router wie den D-Link EXO AX AX1500 DIR-X1560 übrig hat oder einsetzen möchte, kann ihn je nach Firmware-Funktion als Access Point hinter dem Hauptrouter betreiben. Prüfen Sie vorher im Handbuch, ob der Access-Point-Modus unterstützt wird. Das Gerät beherrscht WiFi 6, ein Kabel zum Router ist aber Voraussetzung.

Was lässt sich schon heute ohne Umbau verbessern?

Wählen Sie für Basis und Node feste, möglichst freie Kanäle statt der automatischen Wahl, wenn Ihr System das erlaubt. Aktualisieren Sie die Firmware. Schalten Sie im Backhaul ungenutzte alte Funkstandards ab, wenn die Einstellung existiert. Und messen Sie nach jeder Änderung neu, damit Sie sehen, was gewirkt hat.

Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrem Haus passt, hilft Ihnen der Fachbetrieb gern bei Planung und Auswahl.